Dieses Bild ist bereits „uralt“. Ich habe es 1987 im Norden Thailands aufgenommen. Nach
getaner Arbeit im Wald, wurden die Elefanten im Fluss von ihren Mahuts liebevoll
gewaschen und gehätschelt.
Damals war man noch meilenweit weg von der digitalen Fotografie. Das Abbilden von
gestern war im Vergleich zum heute noch unmittelbarer. Man legte einen Film in die
Kamera - wobei schon die Wahl des Materials eine Glaubensfrage war - stellte am
Fotoapparat Zeit und Blende ein - oder ließ sie von der Automatik ermitteln - fokussierte auf
das Motiv - oder ließ scharfstellen wer bereits eine der seltenen Autofokuskameras besaß -
und drückte ab. Ob das Bild gut geworden war, konnte man erst eine Woche später
feststellen, wenn der Film von der Entwicklungsanstalt zurückkam. Die Auslese ergab
meistens zwei bis drei gute Aufnahmen von 36. Diese wurden sorgfältig gerahmt und das
war´s. Keine nachträglichen digitalen Korrekturen, keine Tricks mit der Ebenentechnik in
Photoshop, kein nachträgliches Radieren, Verwischen, Einblenden und was weiß ich noch
alles. Ist das Dia schlecht geworden, landete es im Papierkorb. Ist es gut geworden, aber
hat man störende Details zum Aufnahmezeitpunkt nicht gemerkt, waren sie unauslöschlich
auf dem Bild und man ärgerte sich noch Jahre danach, bei der Aufnahme schlampig
gearbeitet zu haben. Die Lichtbildnerei war noch ehrlich, aber auch nur deswegen, weil die
technischen Mittel fehlten um nachträgliche Manipulationen durchführen zu können. Ehrlich
war die Welt damals wie heute nicht.
Ein paar Tage nach Weihnachten unternahm ich einen Ausflug zum Langbathsee, der nur
ein paar Kilometer von meinem Wohnort entfernt liegt. Vom Vorderen Langbathsee gelangt
man auf einer wunderschön gespurten Langlaufloipe zum Hinteren Langbathsee, für mich
persönlich einer der am schönsten gelegenen Alpenseen überhaupt. Mit dabei ist immer
meine Alpha 6000 mit dem Zoom 18-200 f/3.5-6.3 OSS. Dieses Objektiv ist zwar nicht so
hochgezüchtet wie ein zur Sony gehörendes Zeiss oder eine Linse der GM-Serie, dafür
kostet es auch wesentlich weniger (so um die € 550,--), ist leicht und hat sich für solcherlei
Unternehmungen bestens bewährt, stehen mir doch für den Kleinbildbereich umgerechnete
27-300 mm zur Verfügung. Das reicht für 90% der Aufnahmen allemal. Die mechanische
und optische Qualität dieses Tools ist unumstritten. Kein Langläufer wird neben der Kamera
auch noch ein entsprechendes Stativ mitschleppen und so habe ich dieses Panorama aus
freier Hand geschossen.  Vom anderen Ufer des Sees zoomte ich das Motiv mit 200 mm
(300 mm KB) heran. Weil ich den ISO-Wert auf 100 eingestellt hatte und das Licht ziemlich
diffus war, fürchtete ich, das Bild zu verwackeln. Aber da sprangen die elektronischen
Helferlein ein. Innerhalb von Sekundenbuchteilen beruhigte der Stabilisator das Sucherbild
und ich konnte mit leichtem Unbehagen bei 200 mm und einer dreißigstel Sekunde
fotografieren. Skeptisch begutachtete ich das Ergebnis am Kameramonitor - zu klein um es
richtig beurteilen zu können. Ich verließ mich also auf den „Stabi“ und war erstaunt, als ich
auf meinen großen Eizo PC-Bildschirm drei knackscharfe Teilbilder zensierte, die ich
anschließend zu einem Panorama zusammenfügte. Ein Panorama dieser Qualität mit drei
Teilbildern, bei 200 mm und 1/30 sec. - das sollte schon was heißen. Es ist ein gutes Gefühl
sich auf sein Gerät verlassen zu können, egal welcher Kameramarke.
An diesem Tag herrschte Inversionswetterlage. Im Gebirge gibt es diese besondere
Situation des Öfteren. Hierbei sind die oberen Luftschichten wärmer als die unteren
gelagert. Die warme Luft über der Inversionsschicht verhindert das Aufwärmen der unteren
Luftmassen. Diese können dadurch nicht aufsteigen.  In der Folge steigt die Lufttemperatur
im Gipfelbereich immer weiter an, während es im Tal frostig kalt bleibt. In manchen
Alpentälern kann es dadurch arktische Temperaturen erreichen, wobei -30° C durchwegs
möglich sind. Am Tag der Aufnahme maß das Thermometer -12° C. Die Feuchtigkeit in
den kalten Luftschichten bleibt gebunden, kann nicht verdunsten und kondensiert zu
Eiskristallen. Es bildet sich ein ganz besonderes Licht. Von Oben dringt nur schwach der
Sonnenschein durch, der von diesen Kristallen reflektiert wird - das Resultat: ein absolut
schattenfreies, diffuses Streulicht, das bläulich erstrahlt. Dem Menschen fällt es nicht auf,
weil unser Gehirn den Blauanteil des Lichtes kompensiert. Schnee ist aber in den
seltensten Fällen wirklich weiß. Wenn man sich die Aufnahmen später am Bildschirm
ansieht, ist man verwundert warum der Schnee blau oder gelb kommt und nicht weiß. Aber,
Schnee hat weiß zu sein und damit basta. Das menschliche Auge funktioniert ähnlich wie
eine Kamera nur viel komplexer. Es sieht was tatsächlich ist! Der Schnee kann dabei blau,
gelb, grün, ja sogar rötlich gefärbt sein - je nachdem wie er seine Umwelt reflektiert. Im
Gegensatz zum Menschen verfügt die Kamera aber über kein Gehirn. Dieses rückt die
Farben wieder zurecht wie wir es wahrnehmen wollen. Und unser Wille sagt uns: Schnee ist
weiß!!! Trainierte Fotografen können diesen Trugschluss beeinflussen oder ihn ganz
ausschalten. Er kann die Farbe des Lichtes - also der Reflektionen - wahrnehmen wie sie
tatsächlich sind und nicht wie sie das Gehirn sehen will. Dazu gehört, wie gesagt,
jahrelanges Training. Übrigens: wussten Sie, dass wir unsere Welt auf dem Kopf stehend
betrachten? Erst unser Gehirn rückt sie wieder in die richtige Position.

Das Panorama habe ich mit meiner ersten Mittelformatkamera aufgenommen, der Zenza
Bronica ETRS. Normalerweise hatten auf dem Film sechzehn Aufnahmen im Format
45x60 mm Platz. Die Filmcassette was austauschbar und konnte ersetzt werden. Eine
davon fasste einen 24x36 mm Kleinbildfilm und es war möglich, Dias eben in diesem
Format zu produzieren. Eine Andere fasste ebenfalls einen Kleinbildfilm, den man
allerdings im Panoramaformat 24x60 mm belichten konnte. Die Aufnahme vom
„Elefantenbad“ entstand damit.
Wieder zuhause angekommen, erarbeitete ich meinen ersten Vortrag in
Mittelformattechnik mit den Projektoren Rollei-Vision 66 AV. Der Titel: „Thailand - Perle
des Fernen Ostens“. Für damalige Zeiten war das visuelle Erlebnis wunderbar, die Größe
der Projektion war aber eingeschränkt durch die Leuchtkraft eines einzelnen Projektors.
Dies war auch der Grund, weswegen ich später auf die 6x6 Mittelformat Mehrfeldprojektion
umgestiegen bin. Einen Rollei 66 AV besitze ich noch. Er lagert gut verpackt im Keller. Hin
und wieder hole ich ihn hervor und bewundere die brillant leuchtenden 6x6 Dias auf der
Leinwand. Ja das waren noch Zeiten damals, als mit dem Druck auf den Auslöser alles
geschehen war und die im Bild gezeigten Arbeitselefanten noch nicht durch Bulldozer
ersetzt waren.
Meine Vortragstournee „WUNDER DES NORDENS - Schottland im Sommer, Island im
Winter“ neigt sich dem Ende zu - nur noch ein paar Vorträge im Herbst sind geplant.
Irgendwann einmal kam mir der Gedanke, danach meine „Kariere“ als Vortragsfotograf zu
beenden, letztendlich wird man ja nicht jünger und das Medium befindet sich
zugegebenermaßen in einem Wellental. Eine wirklich absolut professionelle Produktion in
höchster Qualitätsstufe auf die Beine zu stellen, erfordert viel körperlichen, teils
kräfteraubenden Einsatz. Immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, ist keine
Glücksache alleine, sondern bedarf genauer Planung und vor allen Dingen jeder Menge
Stress. Betrachter, egal ob in Fernsehdokumentationen oder in Vorträgen, haben keinen
Einblick in den „Backstage-Bereich“. Sie sind fasziniert von den Bildern, Videosequenzen
oder/und der Background-Musik, sehen aber nicht die große Mühe und den totalen Einsatz
der dahinter steckt, bestenfalls können sie ihn lediglich erahnen. Aber wer sich nun mal mit
dem Virus „Reisen und Fotografieren“ infiziert hat, bei dem ist eine „Heilung“ sehr schwer
oder gar nicht möglich. Also will ich es noch einmal wissen und plane eine ganz besondere
Tour. Demgemäß wird das nächste Thema den Titel tragen: „MIT DEM MOTORRAD
DURCH EUROPA - Vater und Sohn auf ihren Bikes durch den alten Kontinent.“ Wir beide
wollen mit unserer BMW und KTM durch etliche Länder des vielfältigsten Erdteiles der Welt
trampen. Mir ist eines bewusst geworden: ich habe alle Kontinente dieses Planeten bereist,
aber von unserem eigenen weiß ich eigentlich viel zu wenig. Das will ich ändern!
So plane ich mit meinem Sohn Motorradreisen durch Ungarn und Rumänien bis zum
Donaudelta und zurück über den Balkan - oder ins Baltikum, nach Holland und Frankreich,
Spanien und Italien, Cornwall und Griechenland. Im Sommer geht’s los! Mal sehen - überall
wird Sascha nicht mitkönnen, schließlich muss er noch pauken. Aber wann immer es
möglich ist, starten wir unsere Feuerstühle und donnern los mit einer umfangreichen Foto-
und Videoausrüstung und hoffentlich unseren Schutzengeln am Sozius. Angefangen hab
ich schon einmal mit dem Besuch der Hohen Tatra. Ich war gerade dort angekommen, da
riss nach einem heftigen Gewitterregen die Wolkendecke auf und es ergab sich eine
wunderbare Lichtstimmung. Solche Aufnahmen kann man nicht planen, sie sind immer
Glücksache. Zum Aufbau des Stativs hatte ich vorerst keine Zeit. Schnell wechselte ich das
Objektiv und bajonettierte das Tele drauf um die Perspektive zu verdichten, ermittelte den
Zeit-Blendenwert, stellte um auf manuell und … einmal klick … ein Stück weiter … noch
einmal klick … wieder ein Stück weiter … und noch einmal Klick … alles mit 30%iger
Überlappung der Bildfelder zum erfolgreichen zusammenkleben per Computer. So das
erste Panorama hatte ich im Kasten. Jetzt nahm ich mir die Zeit, das Stativ aufzubauen,
den Stativkopf zu justieren, die genaue Brennweite zu eruieren, den Nodalpunkt zu
ermitteln und auf dem Nodalpunktadapter einzustellen, die horizontale und vertikale Achse
auszurichten, Zeit- und Blende zu ermitteln und auszulösen. Für Sie sind diese Begriffe ein
‚spanisches Dorf‘? Macht nichts. Sie brauchen sich die Bilder bloß anzusehen und sie
hoffentlich auch genießen. Ich mache die Arbeit dahinter. Das nennt man Aufgabenteilung.
Ich stecke mitten in den Vorbereitungen für mein neues Projekt „Mit dem Motorrad durch
Europa“. Im August geht es mit der ersten ausgedehnten Fahrt los. Mein Sohn und ich
werden durch die ungarische Puszta nach Rumänien fahren - das dortige Ziel ist neben
vielen kulturellen und landschaftlichen Attraktionen das Donaudelta mit seiner einzigartigen
Vogelwelt und die Schwarzmeerküste. Zurück geht es dann über Serbien zu den Plitvicer-
Seen und entlang der Adriaküste über Slowenien nach Hause. Es ist immerhin eine Stecke
von geschätzten 3.600 km. Ich werde versuchen während unserer Motorrad-Reise immer
wieder auf Facebook zu berichten. Neben einer Foto- und Videoausrüstung, sind auch
noch eine Action-Cam (auf dem Motorrad montiert) und eine HD-Drohne mit dabei. Eine
andere Fahrt - ich weiß noch nicht ob heuer oder im nächsten Jahr - wird uns durch die
Slowakei, Polen, das Baltikum und über Norddeutschland nach Holland führen. Ich war
heuer im April bereits mit meinem „Dokker“ in Holland und zwar um die Tulpenblüte zu
fotografieren. Dabei habe ich natürlich schon Erkundigungen über Fotostandpunkte und
Lichtrichtungen eingeholt. Ein Blick auf die Karte ließ mich einen Abstecher auf die Insel
Marken im Markenmeer machen. Dort befindet sich auf eine Landspitze der bekannte
Leuchtturm Paard van Marken (Pferd von Marken). Das erste Leuchtfeuer auf Marken
wurde 1700 in Betrieb genommen. Der heutige Rundturm wurde 1839 errichtet und das
Leuchtfeuer im selben Jahr offiziell in Betrieb genommen. Der exponierte Standort ist bei
winterlichen Stürmen der Spritzwasservereisung besonders ausgesetzt - 1971 reichte das
Eis bis zum Dach. Die überschaubare Insel Marken ist nur 3,3 km lang und 1,7 km breit.
Vom gleichnamigen Ort führt ein schöner Wanderweg zum Leuchtturm, der bei
gemächlichem Tempo in gut dreißig Minuten zu erreichen ist.
Trotzdem habe ich mich verschätzt! Hier - fast 1000 km nördlich von Österreich - sind die
Tage im April schon wesentlich länger, das trifft auch auf die Sonnenuntergänge zu. Bei
meinem Besuch herrschte Prachtwetter, das Abendrot war grandios, aber leider
landeinwärts gerichtet. Daher wollte ich den Leuchtturm in der „blauen Stunde“
fotografieren - wenn möglich mit eingeschaltetem Leuchtfeuer. Also hieß es - wie schon so
oft in meinem fotografischen Leben - warten. Insgesamt waren es vier Stunden die ich
ausharrte, bevor sich die Sonne hinter dem Horizont verkroch. Dann gesellte sich ein
englischer Fotograf dazu. Er erzählte mir, dass er sich auf die Leuchtturm-Fotografie
spezialisiert habe; sein Ziel sei es, alle Leuchttürme in Nordeuropa abzulichten, diejenigen
auf den britischen Inseln und Irland hätte er bereits im Kasten. Später - wiederum zu Hause
angekommen - habe ich versucht zu „googeln“, wie viele Leuchttürme es in Nordeuropa
gibt - ich habe aufgegeben es war mir zu mühsam.
Nach einem unterhaltsamen Gespräch, sprang plötzlich das Leuchtfeuer an. Jetzt hatten
wird natürlich keine Zeit mehr zum Plaudern. Wir fotografierten bis zur völligen Dunkelheit
und schlenderten dann gemeinsam den Wanderweg zurück. Weil wir unser Quartier im
selben Ort aufgeschlagen hatten - er in einem schönen Wohnmobil, ich im Dokker -
beschlossen wir, in einer Bar gemeinsam ein Bier zu trinken. Wir diskutierten über die
Fotografie, über fremde Länder im Allgemeinen und über das Reisen im Speziellen. Aus
einem Bier wurden drei, erst dann schlenzten wir zu unseren Autos und gingen in die „Heia
“.
Holland ist flach, voller Tulpen und Windmühlen, unzählige Grachten ziehen sich durchs
Land, ganz Amsterdam stinkt nach Cannabis, auf den Wiesen weiden schwarz-weiß-
fleckige Kühe, alle Niederländer pantoffeln in Holzschuhen herum und ernähren sich in
erster Linie von Käse. Ein Klischee, das vor allen in den Köpfen von Asiaten und
Amerikaner sitzt, bevor sie das Land bereisen. Das ist ungefähr so, als würde man meinen,
alle Bayern und Österreicher laufen in Lederhosen herum, tragen Spitzhüte mit Gamsbart
und versorgen sich täglich mit Schnitzel, Schweinbraten und literweise Bier. Na ja,
Letzteres mag ja vielleicht hinkommen, wenn man der Statistik glauben schenken will, aber
alles andere?
Fakt ist: Holland ist flach wie eine Flunder, im April blühen in gewissen Landesteilen
tatsächlich ganze Felder voller Tulpen und die Luft ist geschwängert vom Duft der
Hyazinthen. Tatsache ist Weiters, dass das Fleckvieh bei den Landwirten sehr beliebt ist,
weil es beste Milch gibt, mit der dann hervorragender Käse und Butter hergestellt wird. Das
mit dem Cannabis lassen wir mal beiseite und die Holzschuhe werden Großteils in den
Souvenirläden angeboten, obwohl: hin und wieder konnte ich schon ältere Menschen in
ländlichen Gebieten damit herumstelzen sehen. Und das Bier? Das süffeln die Holländer
mindestens so gerne wie die Bayern und Österreicher. Schweinebraten ist auch sehr
beliebt vornehmlich mit Pflaumenmus und Süßkartoffeln und das berühmte Wiener Schnitzel
ist zumeist so dick wie die New-York-Times zum Wochenende.
Was ist mit den Windmühlen? Davon gibt es gottseidank wirklich noch viele, obwohl deren
Bestand auch schon zusammengeschrumpft ist. Aber diejenigen, die es bis in die heutigen
Tage geschafft haben, werden liebevoll instand gehalten und präsentieren sich für uns
Fotografen als wunderbare Motive. Bei meinen Reisen durch die vielen exotischen Länder
auf allen Kontinenten oder heimischen Länder in Europa bewege ich mich mit meinem
Fahrzeug zumeist auf Nebenstraßen, einsamen Feldwegen und Waldstraßen, sowie per
Pedes auch auf schmalen Pfaden. Dort finde ich zumeist die schönsten Motive. Ehrlich
gesagt ich weiß nicht mehr wo ich diese Windmühle fand und auf welchen Wegen ich
dorthin gekommen bin. Ich weiß noch: beide Zeiger meiner Uhr zeigten auf die Ziffer Vier,
das Licht war schon weich, die Schatten wurden lang. Ich baute mein Stativ auf, montierte
die Kamera drauf und drehte das 2,8/24-70 mm Zeiss-Objektiv auf das Bajonett. Dann
wartete ich - ich weiß nicht mehr wie lange, aber mindestens eine Stunde. Ich genoss die
Idylle, die Ruhe, den Frieden. Schmetterlinge flatterten umher, das Gezwitscher der Vögel,
das Summen von Insekten erreichten meine Ohren, im Wind wogen sich die Gräser und
Blumen, feine Wolken zierten den Himmel. Es waren ganz banale Eindrücke, die man im
Alltag oft nicht wahrnimmt. Als ich das Gefühl hatte, jetzt sei der richtige Zeitpunkt drückte
ich auf den Auslöser. Nur eine halbe Stunde später, verschleierten Wolken die Sonne und
den blauen Himmel. Das Licht war weg und kurz darauf setzte Nieselregen ein.