„Stadt der tausend Segel“ trägt Auckland seinen Beinamen, die Maori nennen sie auch noch „Tamaki Makaurau“ oder „Akarana“. Sie liegt an der schmalsten Stelle der Nordinsel und ist zudem mit 1,4 Mio. Einwohnern die größte Stadt des Landes. Trotzdem wurde sie nicht als Hauptstadt erkoren. Die liegt am südlichen Ende der Nordinsel und heißt „Wellington“. Auckland ist auch im internationalen Vergleich eine Weltmetropole und ziemlich „busy“. Die großen Konzerne Neuseelands sitzen alle in Auckland. Und wenn man als Europäer Neuseeland bereisen möchte landet man nicht in Wellington, sondern in Auckland oder in Christchurch auf der Südinsel. Wie auch immer. Für mich war Auckland Ankunfts- als auch Abflugdestination. Von hier begann ich meinen Neuseelandtrip entlang der Nordwestküste mit dem wunderschönen Vulkan „Taranaki“ in Richtung Süden, über die oftmals stürmische „Cook Straight“, durch die Täler und über manchen Gipfel der Südalpen. Sie Südostküste führte mich wieder zurück nach Auckland. Fast acht Wochen war ich unterwegs und wartete nunmehr in - mein Sohn würde sagen: dieser „megageilen City“ - auf meinen Rückflug nach Europa. Drei Tage hatte ich noch Zeit die Großstadt zu erkunden: das reichte für viel Spaß und tolle Panoramen. Auckland ist ein multikultureller Hexenkessel und der Maoriname „Tamaki Makaurau“, was so viel heißt wie „junge Schönheit mit 100 Liebhabern“ hat durchaus seine Berechtigung. Obwohl, ein wenig übertrieben ist das schon, denn Auckland hat nicht 100 Liebhaber, sondern „lediglich“ 53! Denn 53 inaktive Vulkane prägen das Landschaftsbild, zwischen denen sich die Großstadt erstreckt. Sie sorgen
 
Schnee, Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Ich wohne in einem der schönsten Flecken der Welt, im Salzkammergut - dort wo andere auf Urlaub hinfahren. Aber derzeit versinken wir in Schnee. Das mag lustig sein für Kinder und meinen Hund, die in der weißen Pracht herumtollen und ihren Spaß haben. Aber für Diejenigen, die beinahe 24 Stunden am Tag im Räumungsdienst mit dem Schneepflug oder den Schaufeln unterwegs sind, ist das mehr als anstrengend. Und für uns Fotografen? Die Fotomotive sind zwar in ein prachtvolles weißes Kleid gehüllt, ab was soll´s, wenn man sie nicht erreichen kann?! Wenn du zu deinem Wintermotiv willst, musst du stundenlang bis zum Bauch im Schnee stapfen, kriechen, puddeln, wühlen - man kann da sehr erfinderisch in der Art der Fortbewegung werden. Nein, bei so viel Schneetreiben, bei starken Windböen, Verwehungen, ohne Sicht, ohne Licht und ohne Motivation bietet selbst dem eingefleischten Fotografen sein Hobby nur bedingt Spaß. Darum möchte ich mit dem heutigen Panorama Wärme, bunte Farben und Sonnenschein auf den Bildschirm bringen. Gemacht habe ich es im April des Vorjahres in Keukenhof, in den Niederlanden. Dort erfreuen in einem wahren Blütenrausch Tulpen- und Hyazinthenfelder bis zum Horizont das menschliche Auge und die Kameraobjektive. Neben
den Feldern gibt es auch einen wunderschön angelegten Park mit unzähligen Tulpen- und anderen Blumenarten. Es duftet - wir würden wohl sagen nach Maiglöckchen - aber nein, es sind die Hyazinthen die einen sinnenbetäubenden Geruch über die Landschaft Hollands tragen. Ihn kann man mit der Kamera natürlich nicht einfangen, aber immer wenn ich die Bilder aus Keukenhof ansehe, regen sie meine Geruchssensoren an. Beim Fotografieren musste ich sehr viel Geduld aufbringen, denn es war nicht einfach bei den vielen Besuchern aus aller Welt, brauchbares Bildmaterial zu erarbeiten. Immer wenn ich dachte jetzt kann ich abdrücken, stand wieder ein Japaner im Weg. Trotzdem - diese Farben, die Arrangements der Blumenbeete, in Kombination mit dem schäfchenwolkendurchsetzten Himmel und dem zarten Grün der wiederbelebten Zweige - ein unwiderstehlicher Kitsch, Rosamunde Pilcher in den Niederlanden. Aber wer sagt, dass Kitsch nicht schön und fotogen ist? Und wer bestimmt war Kitsch ist und was nicht? Für mich ist Kitsch die Sinnenwahrnehmung Derjenigen, die Schönheit nicht wahrhaben wollen oder können. Und so habe ich mich nach einer Woche wieder auf den langen Weg durch Deutschland nach Hause gemacht, mit einem Koffer voller Kitsch.
Wer schon einmal in Schottland war, darüber gelesen, Videos gesehen oder Vorträge besucht hat, der weiß, dass sich das Wetter dort nicht immer als eitel Sonnenschein erweist. Manchmal schüttet es in Strömen, manchmal nieselt es lediglich und manchmal gibt es diesen berühmten schottischen Sprühregen. Dieser besteht aus winzigsten Wassertröpfchen die hin und wieder vom Wind getrieben werden. Das ist gar nicht so unangenehm wie es sich vielleicht anhören mag und hat auch einen Vorteil. Die Milliarden Stechmücken die sich in den Monaten Juli und August besonders wohlfühlen, mögen diesen Wind überhaupt nicht und lassen von ihrem Blutrausch gegenüber Mensch und Tier ab.
Ich persönlich empfinde das beschriebene Wetter noch aus einem anderen Grunde als äußerst sympathisch. Die Farben der Landschaft nehmen einen ganz besonderen Charakter an. Sie sind zurückhaltender, aber trotzdem attraktiv. Die Motive wirken mystischer, distanzierter und laden zu besonderen Bildkompositionen ein. Dabei muss man bei der Arbeit nicht einmal Angst haben, bis auf die Haut durchnässt zu werden. Ich bin stundenlang in entsprechender Kleidung gewandert, habe jeden Schritt genossen und beeindruckende Aufnahmen gemacht. Aber nicht so beim gezeigten Panorama! Ich fuhr mit meinem Mietwagen irgendwo in den Highlands auf der Suche nach guten Motiven und
lohnenden Wanderpfaden. Kurz vorher wüttete ein heftiger Guss, der sich nunmehr in diesen Sprühregen wandelte. Gleichzeitig zeigte sich durch einen tiefstehenden Wolkenriss die Sonne, die sich anschickte hinter den Horizont zu verschwinden, denn der Nachmittag glitt in den Abend hinein. Das Licht war diffus aber äußerst reizvoll und interessant. Plötzlich zeichnete sich auf der rechten Seite ein Regenbogen am Horizont. Nun hatte ich zwar eine gute Stimmung aber kein Motiv. In einiger Entfernung bemerkte ich auf einem Hügel eine alte Ruine. Diese bot sich zwar als Motiv an, die Distanz zu ihr war aber doch erheblich. Ein Blick auf den Wolkenriss zeigte mir, dass ich nicht allzu viel Zeit hatte bis sich entweder der Wolkenbruch schloss oder die Sonne unter ihm verschwand. Aber wenn ich etwas schneller fuhr und dann schnell arbeitete, konnte es sich ausgehen. Also fuhr ich ein bisschen schneller - ich sage allerdings hier nicht wie schnell, ... ein wenig halt - fand dann eine geeignete Stelle um den Wagen von der Straße zu bewegen, stellte in Windeseile mein Stativ auf, montierte die Lichtbildmaschine und schoss ein Panorama nach dem anderen. Schon die Überprüfung auf dem Display zeigte mir, dass die Bilder sehr stimmungsvoll werden würden. Es hatt sich halt wieder einmal das alte Sprichwort bewahrheitet: „Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur unpassende Kleidung“.
auch dafür, dass es - obwohl durch die Meerenge eine gewisse Platznot herrscht - genügend Grünflächen gibt. So zählt Auckland zu den lebenswertesten Städten der Welt. In der Rangliste der Städte mit der höchsten Lebensqualität weltweit belegte Auckland im Jahre 2018 immerhin den dritten Platz. Der Beiname „Stadt der tausend Segel“ ließ mich nicht mehr los, seitdem ich als Jugendlicher ein Foto mit hunderten Segelbooten und hohen Häusern im Hintergrund gesehen hatte. Das war irgendwann in den Sechzigern. Darunter stand zu lesen: „Auckland - Stadt der tausend Segel“. Damals wusste ich nicht wo dieses Auckland lag, noch interessierte es mich sonderlich - aber das Bild gefiel mir. In dieser Sturm- und Drangzeit galt meine Vorliebe in erster Linie Partys und Mädchen. Erst ein paar Jahrzehnte später, als ich meine erste Neuseelandreise plante, fiel mir das Foto wieder ein. Also suchte ich jetzt den ungefähren Standort, den der damalige Fotograf eingenommen haben musste. Nach längerem Suchen hatte ich ihn auch gefunden, nur aus den hunderten Segelbooten waren tausende geworden und aus den paar hohen Häusern im Hintergrund, himmelstürmende Wolkenkratzer mit dem alles überragenden Sky-Tower. Auckland trägt seinen Beinamen völlig zu Recht. Segeln ist der Volkssport der hier ansässigen Neuseeländer. Wenn das Wetter passt, tanzen tausende bunte Tupfen auf den Wellen des Pazifiks. Am Abend schaukeln sie dann in der riesigen Marina und bilden zusammen mit den Hochhäusern eine traumhafte Kulisse. Man braucht nur ein wenig Geduld, bis das Licht passt, den Rest macht die Kamera. Der Fotograf darf genießen.
Für meine Global-Vision „Nordland - 12.000 km durch Schweden, Finnland, Norwegen und Island“ unternahm ich mit umfangreichem Kamera-Equipment mehr als ein halbes Dutzend, teils sechs bis achtwöchige Skandinavien-Reisen. Für mich war das damals eine große Herausforderung, denn es sollte meine erste digitale Produktion werden. Vorher hatte ich mehr als drei Jahrzehnte zuerst im Kleibildformat und später im 4,5x6 cm, 6x6 cm und 6x18 cm Mittelformat fotografiert und professionell mit neun Mittelformatprojektoren projiziert. Ich hatte also von analog auf digital umgerüstet, was nicht nur einen intensiven Lernprozess, sondern auch eine gehörige Investition erforderte. Zu sehr war ich in die großformatigen Dias verliebt, mit ihren noch bis heute unerreichten natürlichen Farbabstufungen. Wenn sie da so vor mir auf dem großen Leuchtpult lagen, schlug mein Fotografenherz höher. Also war ich wohl einer der letzten Vortragsreferenten die den digitalen Weg mit Wehmut beschritten. Aber was soll´s, die Entwicklung und die Zeit bleiben nicht stehen. Vollgepackt mit allerlei Foto-Krims-Krams fuhr ich mit meinem damaligen Mercedes Vito in Richtung Norden. Mit an Bord waren meine Frau Doris und mein damals 9-jähriger Sohn Sascha.
Irgendwo auf einem Campingplatz in Südschweden schlugen wir das Zelt auf. Schon bei der Anfahrt hatte ich einige lohnende Motive entdeckt. Aber das Licht war viel zu steil und zu hart. Nachdem das Zelt stand, und mittlerweile das Licht etwas wärmer geworden war, fuhr ich nochmals los zu den vorher entdeckten Motiven. Doris und Sascha wollten nicht mitkommen, sondern sich am Strand vergnügen. Das hier gezeigte Panorama gefiel mir
ganz gut. Der sich in das Land ziehende Kanal mit den Booten und den am Ufer liegenden skandinavischen Häusern waren äußerst attraktiv. Also stellte ich mein Gitzo-Stativ auf und montierte meine brandneue Sony Alpha 900 darauf. Die damals sensationellen 24 Megapixel des Sensors und das Zeiss Objektiv sollten eigentlich qualitativ hochwertige Bilder garantieren. Ich schaltet die ‚Knipse‘ ein, sah durch den Sucher, aber …. es blieb zappenduster. Was war jetzt wieder los? Ganz einfach, der Akku war leer. Es stellte sich allerdings heraus, dass dies beim Reserve-Akku auch so war, genauso wie beim Reserve-Reserve-Akku. Wie war das noch mit dem Lernprozess? Die Worte die mir dann über die Lippen rutschten, möchte ich hier nicht wiedergeben. Da hatte ich ein schönes Motiv, aber keine Kamera. Sowas wäre mir analog NIE passiert, behauptete ich einfach mal so. Da fiel mir ein: irgendwo im Wagen hatte ich noch eine Minolta Dynax 7D vergraben. Sie wurde nur deswegen mitgenommen, weil mein Sohn damit fotografieren wollte. Sechs Megapixel, aber was soll´s, besser als gar nichts.
Zurück beim Campingplatz gab es Aufregung pur. Mein Sohn war in einem unbeobachteten Augenblick ausgebüchst. Meine Frau suchte ihn verzweifelt und hat ihn schließlich irgendwo friedlich beim Vögelfüttern gefunden. Natürlich machte ich ihm Vorhaltungen. Da sagte er trocken: „Aber Papa, das machst du doch auch!“ „Was mache ich?“ „Na die Welt entdecken!“ Was sollte ich jetzt noch sagen?