Stundenlang bin ich bereits mit meiner Kameraausrüstung durch den tiefen Schnee der Finnmark gewandert, immer auf der Suche nach schönen Motiven. Der Schnee knirschte unter meinen Sohlen. Noch in der Nacht war es sternenklar und bitterkalt gewesen, so um -25° C. Polarlichter zierten den wolkenlosen Himmel. Tagsüber hatte es sich verzogen, dafür war es wärmer. Kein Lufthauch wehte durch die Landschaft, große Schneeflocken segelten friedlich zu Boden. Es war total still, nicht der kleinste Laut war zu hören. Ich liebe solche Momente und genieße sie, ja sauge sie geradezu in mich hinein. Ruhe und Frieden durchströmt diese Landschaft. Ich marschiere weiter und
komme eine Stunde später an der gezeigten Jagdhütte vorbei. Ein wunderschönes Motiv! Die Schneeflocken, die tief verschneite Natur, ein Hauch von Sonnenlicht in der Wolkendecke, eine imposante Gebirgslandschaft, die Jagdhütte als verheißender Ort der Geborgenheit. Alles war dort wo es hingehörte. Einfach perfekt! Ich konnte lediglich zwei Panoramen zu je acht Teilbildern durchzuziehen. Die Kälte hatte den Akku leer gesaugt. Der Reserveakku war genau dort wo er nicht hingehörte ... im Auto. Was soll´s, ich hatte was ich wollte, trank einen Schluck Tee aus der Thermoskanne und stapfte zufrieden durch den Schnee auf einer langen Wanderung zurück zum Auto.
Viele von uns haben schon die Nase voll von Kälte und Schnee. Ich gehöre da nicht dazu! Ich liebe den Winter mit viel Schnee und Kälte. Es gelingen die besten Fotos, wenn ich bei frostigen Temperaturen durch unberührte Schneefelder stapfe, die funkeln als wären sie mit abermilliarden Diamanten bestreut. Gegen Kälte kann ich mich schützen, gegen Hitze nur bedingt. Das geht mir durch den Kopf, als ich an diesem Panorama den Monats arbeite und es für das Web aufbereite. Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich munterseelenalleine das nördliche Indien bereiste. D.h. alleine ist man in Indien nie, dafür sorgen über 1,3 Milliarden Bürger des Subkontinents. Draußen aber, in der Wüste Thar, da bist du alleine, mit all den Schönheiten, Naturgeheimnissen und auch Gefahren. Mein Rucksack war vollgestopft mit meiner Fotoausrüstung, einem Fünfliter-Wasserkanister, einem weißen Leinentuch für Kopf und Schultern als Schutz gegen die Sonne und einem Kompass. So marschierte ich los in die Wüste Thar hinein, nicht der Selbstfindung wegen, sondern, um Fotos von der Wüste, deren Bewohnern und vor allem dem spektakulären Sternenhimmel zu machen. Ich hatte lediglich zwei Tageswanderungen und eine Übernachtung in dieser einsamen Wildnis eingeplant. Ich musste mir den Wasservorrat gut einteilen. Zweieinhalb Liter pro Tag, das ist nicht viel, bei Tagestemperaturen um die vierzig Plusgrade. Fünf Liter Wasser sind fünf Kilo, dazu noch eine immens schwere Fotoausrüstung, das geht in´s Kreuz. Womit ich allerdings
nicht gerechnet hatte, waren die enormen Temperaturschwankungen. Ich wusste zwar, dass es in der Nacht kalt sein kann, aber mit dieser Eiseskälte hatte ich nicht gerechnet. Wie gesagt, gegen Kälte kann man sich schützen, wenn man entsprechende Kleidung dabei hat ... und die hatte ich nicht dabei. So fror ich mich durch die Nacht, als Gegenleistung bekam ich schöne Wüstenfotos mit Sternenhimmel. Am nächsten Tag, ich befand mich bereits auf dem Rückweg in die Zivilisation, sah ich in einiger Entfernung eine Kamelkarawane. Die wollte ich natürlich fotografieren. Allzuviel Zeit blieb mir nicht. Die Sonne stand schon sehr tief und in Äquatornähe sinkt sie viel schneller als in unseren Breitengraden. Wie es aber in der Wüste so ist. Du denkst in dreißig Minuten bin ich dort und wunderst dich nach einer Stunde, dass du das Ziel noch immer nicht erreicht hast. Ich kramte im Rucksack, holte das 400 mm Tele hervor, schaltete an der Kamera den Cropfaktor ein und hatte so ein 600er. Mit dieser Einstellung fotografierte ich auch das Panorama, was gar nicht so leicht war. Ich bräuchte mindestens drei überlappende horizontale Aufnahmen, die Karawane bewegte sich aber weiter. Irgendwie ist es dann doch gelungen. Die riesige Telebrennweite vergrößerte die Sonne was die Wüstenhitze und den Charakter dieser Landschaft betonte. In jeder Hinsicht ein gelungenes Panorama.
Schon seit zehn Jahres nehme ich mir vor, die Marillenbaumblüte in der Wachau zu fotografieren. Aber immer kam irgendetwas dazwischen. Entweder standen Vorträge auf dem Programm, oder ich befand mich auf einer Fototour irgendwo auf dem Planeten, oder ich führte Fotoenthusiasten zu den schönsten Motiven weltweit. In den letzten beiden Jahren war es die Pandemie, die einen Besuch in der Wachau verhinderte und heuer brachten mich die hohen Spritpreise zum überlegen: soll ich oder soll ich nicht? Seelig die, die eine Elektroauto besitzen. Strom ist zwar auch teurer geworden, aber nicht so exorbitant wie Diesel oder Benzin. Letztendlich entschied ich mich doch zu diesem Trip, denn sonst würde es wahrscheinlich die nächsten zehn Jahre wieder nichts werden. Die Wachau ist sicherlich eine der lieblichsten Landschaften in Österreich. An den Abhängen zum Donauufer thronen zahlreiche Burgen, Festungen, Ruinen und Klöster, umsäumt von Weingärten und Marillenbaumplantagen. Übrigens: überall liest und hört man von der Marillenblüte, aber eigentlich ist das falsch. Im März und im April gibt es noch keine Marillen und ich habe noch nie eine Marille blühen gesehen. Nein, nicht die Marillen blühen, sondern die Marillenbäume und zwar in einer wunderbaren Pracht.
Mein bevorzugtes Ziel war Dürnstein! In Melk fuhr ich von der Autobahn ab, am beeindruckenden Kloster vorbei und an der Donauuferstraße entlang in Richtung Osten. In Spitz an der Donau entdeckte ich die ersten blühenden Marillenbäume. Die zwölf Kilometer bis Dürnstein waren in fünfzehn Minuten zurückgelegt, aber dort blühten keine Bäume. Ich fuhr weiter bis Krems, aber nirgendwo waren blühende Marillenbäume zu sehen. Zugegeben, ich war jahreszeitlich gesehen etwas zu früh dran. Aber es war der letzte Tag einer Schönwetterperiode. Für die nächsten Tage war schlechtes Wetter angesagt. Wenn es sich bei uns einmal eingeregnet hat, kann es u.U. Wochen dauern bis sich die Sonne wieder blicken lässt … und dann wäre es vorbei mir der Blüte. Also fuhr ich zurück nach Spitz und nahm mir dort ausgiebig Zeit zum Fotografieren. Spitz ist ein hübscher Ort mit einer Ruine an den Abhängen zum Donauufer, der Strom schlängelt sich träge durch das Tal und selbst am anderen Ufer gibt es noch Kirchen und historische Bauwerke, die man als Bildhintergrund verwenden kann.
Ich werde wieder in die Wachau reisen. Im Herbst zur Weinlese, aber dann mit dem Zug, denn schließlich will man ja auch das eine oder andere „Vierterl“ des köstlichen Rebensaftes verkosten.

Moore übten für mich immer schon eine gewisse Faszination aus. Ich bin Mitte der Fünfziger-Jahre geboren und in den Sechzigern aufgewachsen. Damals liefen im Fernsehen die berühmten Edgar Wallace Filme - zur damaligen Zeit richtige Straßenfeger. Viele von ihnen spielten in den schottischen Hochmooren. Die Leute hielten vor den flimmernden Schwarz-Weiß-Kisten den Atem an, wenn zum Schluss der Bösewicht im Sumpf versank und damit seiner gerechten Strafe nicht entkam, oder der Mörder die Leiche in einem der Sumpflöcher verschwinden ließ, die dann ein paar Wochen später unter mysteriösen Umständen wieder auftauchte.
Auch heute faszinieren mich noch diese geologischen Besonderheiten, wenngleich aus völlig anderen Gründen. Hochmoore, deren es im Alpenland unzählige gibt, sind nämlich auch Heimat von vielen unterschiedlichen Arten der Flora und Fauna. Amphibien, Insekten, Vögel, kleine Säuger, mannigfaltige Blumen und Gräser - sie alle bieten eine Hülle von Fotomotiven. Wer sich dafür interessiert, wird um die Investition in eine Makro-Objektiv nicht umhin kommen.
Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden Moore trockengelegt um sie landwirtschaftlich nutzen zu können. Heute sind sie geschützt, in manchen Fällen sogar renaturisiert. Man
darf jetzt nicht glauben Hochmoore würden lediglich in höheren Regionen vorkommen, während Niedrigmoore nur im Flachland zu finden sind. Hochmoore und Niedrigmoore sind ein völlig verschiedenartiger Moortyp. Während Hochmoore alleine vom Regenwasser leben und zeitweilig auch austrocknen können, werden Niedrigmoore durch mineral- und nährstoffhaltigem Grundwasser gespeist. Wer mehr über die Moore wissen möchte, den verweise ich auf die unterschiedlichsten Artikeln im Internet, darunter natürlich auch Wikipedia.
Was braucht man für eine Fotoausrüstung im Moor. Wie schon gesagt, wer Insekten oder Blumen fotografieren möchte, für den ist ein entsprechendes Makro-Objektiv unabdingbar. Wer die Moore als Landschaftsbild gestalten will, wird um ein Weitwinkelobjektiv nicht herumkommen. Teleobjektive benötigt man nur, wenn man im Sinn hat Vögel, Füchse oder andere Säuger zu fotografieren. Wer alles fotografieren will, braucht dann noch ein stabiles Stativ und ein gutes Kreuz (hochdeutsch: Wirbelsäule). So ausgerüstet, kann man einen ganzen Tag im Moor verbringen. Von früh Morgens bis spät Abends wird man die unterschiedlichsten Motive finden. Aber passen Sie auf, damit sie nicht in ein unergründliches Sumpfloch fallen und für immer verschwinden.
Der Titel des Bildes sagt eigentlich alles: „Auckland zwischen den Vulkanen“. Es ist tatsächlich so, dass die ganze Stadt auf einem Vulkanfeld erbaut wurde, aus der nicht weniger als 53 nicht mehr aktive Feuerberge emporragen. Dabei ist der letzte Ausbruch noch gar nicht so lange her. Vor gerade einmal 550 Jahren brach der Rangitoto aus. Damals gab es noch kein Auckland und so hat die Eruption keinen Schaden angerichtet. Heute gilt der Rangitoto ebenfalls als erloschen. Aber schon damals besiedelten die „Ureinwohner“ Neuseelands die Gegend des heutigen Stadtgebietes - die Maori. Ich habe Ureinwohner unter Anführungszeichen gesetzt, denn eigentlich kennt Neuseeland keine Ureinwohner. Die Maori sind selbst Einwanderer aus dem pazifischen Raum. Aber sie waren als erstes hier, wurden dann aber von den nachkommenden Europäern nach und nach vertrieben. Wie sollte es auch anders sein, es folgten schreckliche Kriege - die einen weil sie das Land wollten, die anderen weil sie es verteidigten. Im Vordergrund des Panoramas ist der Krater des Mount Eden zu sehen. Der erloschene Vulkan ist 196 Meter hoch, der Krater 50 Meter tief. Es ist bereits 28.000 Jahre her, dass er das letzte mal Lava spuckte. Mount Eden ist als Ausflugsziel bei den Aucklandern sehr beliebt,
weswegen tagsüber viele Menschen rund um den Krater wandern. Ich weiß nicht wieviele  Fotografen vor mir an diesem Aufnahmestandpunkt gestanden sind um zu fotografieren. Es mögen Unzählige gewesen sein. Trotzdem hat das Motiv nichts von seiner Faszination verloren. Schon zeitig am Morgen bin ich losmarschiert und fand den Krater tatsächlich noch menschenleer vor.
Es ist schon eine Weile her, seitdem ich dieses Panorama schoss. Damals steckte digitales Fotografieren noch in den Kinderschuhen. Aufgenommen wurde mit einer Noblex Rotations-Panoramakamera auf Kodak 120er Mittelformatfilm, eingescannt mit dem Epson Perfection 4990 Photo.
Ich habe noch einige male Auckland besucht, ohne allerdings jemals wieder auf den Mount Eden gestiegen zu sein. Auckland ist einer der faszinierendsten Städte die ich kenne. Die Lage an der Engstellte der Nordinsel ist fantastisch, die Sehenswürdigkeiten landschaftlicher und kultureller Art mannigfaltig und Unterhaltung bietet die Metropole rund um die Uhr. Ich glaube nicht, dass ich nochmals hinkommen werde, aber die Erinnerungen sind wach in mir und die kann mir niemand mehr nehmen.

Die eigentliche Kalahari ist streng gesehen keine Wüste, sondern eine Savanne - eine Dornstrauch- und Trockensavanne. Sie umfasst ein riesiges Gebiet, welches sich durch Botswana und Namibia zieht - eine Fläche von über einer Million Quadratkilometer! Zum Vergleich: Österreichs Fläche beträgt knapp 84.000 km², die von Deutschland ein bisschen mehr als 357.000 km² und die der Schweiz ein wenig mehr als 41.000 km². Wegen des äußerst trockenen Klimas, der Wasserknappheit und des vorherrschenden Sandes kann man die Kalahari durchaus als Wüste bezeichnen. Das gesamte Kalahari-Becken, welches sich  noch bis nach Angola und Sambia hineinstreckt ist sogar doppelt so groß.
Irgendwo nach der südafrikanischen-namibischen Grenze habe ich meinen Wagen aufgetankt. Dazu noch zwei Reservekanister zu je 20 Liter. Dort wo ich hinfuhr gibt es weit und breit keine Tankstelle, sondern nur Gravel-Road der miesesten Kategorie und ausgedörrte, aber unglaublich faszinierende Landschaften. Bis zur nächsten Tankstelle müsste das langen, habe ich mir ausgerechnet und trotzdem fährt immer der Gedanke im Hinterkopf mit: „Wird das Benzin reichen?“
Irgendwo in dieser endlosen Weite unter einer ausladenden Akazie habe ich mein kleines Zelt aufgeschlagen. Nach Einbruch der Dunkelheit kühlte es sehr rasch ab. Ein paar durchfrorene Nächte in Südafrika haben mich gelehrt, in Springbok - einer kleinen Ortschaft kurz vor der namibischen Grenze - dicke Decken einzukaufen. Diese legte ich auf und unter meinen Daunenschlafsack. Das drückte zwar auf den Körper aber dafür war es einigermaßen warm. Im afrikanischen Winter können die nächtlichen Temperaturen weit unter die Null-Grad-Grenze rutschen. Die Decken habe ich vor meinem Heimflug an arme Schwarze in der Nähe von Windhoek verschenkt. In der Nacht kam starker Wind auf. Er wirbelte den feinen Sand hunderte Meter hoch. Dieser Staubschleier legte sich über die Landschaft. Als dann aber in den Morgenstunden die Sonne aufging, ergaben sich unglaubliche Lichtstimmungen. Die Strahlen tauchten durch die dunklen Wolken und den Sandstaub und gebaren eine mystische Landschaft. Nur eine Stunde dauerte dieses Phänomen, genügend Zeit um aussagekräftige Panoramen und schießen. Dann rollte ich weiter mit meinem Auto durch dieses leblos scheinende Terrain. Das Zittern war unbegründet, ich habe die nächste Tankstelle doch erreicht. Es war zwar knapp aber es hat funktioniert.
Norwegen gehört für mich zu den landschaftlich schönsten Ländern der Welt. Die Küstengebiete mit den einzigartigen Fjorden, die Fischerdörfer auf den Lofoten mit ihren bunten Häusern, die zurückhaltenden aber immer freundlichen und hilfsbereiten Menschen sind schon einzigartig in Europa. Für Naturliebhaber ist daher ein Trip durch diese nördliche Destination irgendwann ein Muss. Sicherlich - Norwegen ist teuer und man muss eine zeitlang sparen um es sich leisten zu können durch dieses erstaunliche Land zu reisen. Aber Norwegen muss man sich auch verdienen.
Ich erinnere mich noch an meine erste Norwegenreise. Der Audi 80 meines Vaters hatte bereits über 300.000 Kilometer auf dem Buckel, ein Neukauf stand an. Den alten Audi wollte er verschrotten lassen. Ich hab mir das Vehikel angesehen, es befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Der Turbo-Dieselmotor mit seinen 70 PS machte keine Mucken, aber die Karosserie bräuchte ein kostspieliges Update. Ich sagte zu meinem Vater: „Wenn du ihn sowieso wegschmeißt, kannst du ihn mir auch schenken - dann ersparst du dir sogar die Entsorgungsgebühr“. „Natürlich kannst du ihn haben, aber was willst du den mit der alten Schrottkarre“ bekam ich zur Antwort. „Ich fahr damit zum Nordkap!“.
Tags darauf bugsierte ich den Audi in die Werkstatt und ließ ihn überprüfen. 8000 Schilling würde mich die Reparatur kosten - zuzüglich neuer Reifen. Ich begann zu rechnen. Mit allem Drum und Dran rechnete ich mit 9000 öS - eine Menge Geld und davon hatte ich damals nicht allzu viel. Aber, der Flug plus Zuschlag für Übergepäck und ein Mietauto für sechs Wochen kostete fast doppelt soviel und ich war zeitlich an die sechs Wochen gebunden. Ich wollte aber Bildmaterial (damals noch 6x6 Dias) für meine GLOBAL-VISION „Norwegen - Land der Mitternachtssonne“ erarbeiten. Und weil das Wetter in Norwegen alles andere als langfristig vorhersehbar ist, wusste ich auch nicht,
ob ich mit den sechs Wochen das Auslangen finden würde. Alles was sich zu den Reparaturkosten des Audi dazuaddieren würde, war die Fähre von Hirtshals nach Oslo und zurück. Ich gab den Reparaturauftrag! Eine Woche später bekam ich den Wagen aus der Werkstatt, und was soll ich sagen, er sah bemerkenswert gut aus. Ich stopfte ihn voll mit den notwendigen Utensilien: Zelt, Schlafsack, Kocher, usw. und natürlich jede Menge Lebensmittel vom Hofer (war damals noch billig) und einen Karton Dosenbier (Zipfer Märzen - denn da musste es schon was Gutes sein).
Dann ging´s los. Die erste Strecke bis nach Glücksburg in Schleswig-Flensburg (ca. 1.100 km bei 11 Stunden Fahrzeit) ging in einem Stück. Dort übernachtete ich im Zelt auf einem nicht besonders sauberen Campingplatz. Nächsten Tag stand die Strecke nach Hirtshals an und von dort die Überfahrt mit der Fähre nach Oslo. Diese Passage war mitunter das Schönste, was ich in meiner langen Reise- und Fotografenkariere erleben durfte. Es war schönstes Wetter - Piloten würden sagen ‘alles Charly’ - und die Küstenlandschaften des Oslofjordes waren atemberaubend.
Ich hatte alle Zeit der Welt um zu arbeiten. Professionelles fotografieren ist - wenngleich man es kaum glauben mag - Knochenarbeit. Aber: kein Zeitdruck von sechs Wochen plagte mich. Von der norwegischen Hauptstadt ausgehend bereiste ich in mehr als zwei Monaten das ganze Land und genoß Traumwetter. Am Nordkap schlief ich auf meiner Liege unter freiem Himmel, weil´s so warm war. Viele tausende Panoramen entstanden bei dieser Reise und ebenso viele tausende Vortragsbesucher bestaunten auf der Leinwand (4x12 Meter) dieses wunderbare Land am Polarkreis. Den alten Audi habe ich noch drei Jahre lang als Zweitauto genutzt. Er stammt aus einer Zeit, als der VW-Konzern noch wirklich gute Autos baute und es nicht als notwendig erachtete seine Kunden zu betrügen.